Fatima-Wallfahrt

Pilgerziel in Portugal

Pilger in Fatima

Die römisch katholischen Kirche definiert Wallfahren als besinnlicher Form als Pilger des Volkes Gottes unterwegs zu sein und dabei das Ziel nicht aus den Augen zuverlieren.

Basilika von Fatima mit den Bildnissen der Kinder

Man kann das eigene Leben im übertragenen Sinn als eine große Pilgerreise auffassen mit dem Ziel, die Vollendung in der Herrlichkeit des Himmels zu finden. Dieses Ziel erreicht der Mensch auf einer Wanderschaft mit vielen Stopps, mit Hilfe von vielen Teilzielen. Der Lebensweg ist eine Aufgabe. Es gilt zu erkennen, was Gott dem Menschen zum Ziel gesetzt hat. Das zu erkennen ist oft nicht einfach. Eine Wallfahrt hilft Erkenntnis zu finden. Sie kann auf der anderen Seite ein Ausdruck des Dankes sein für erfahrene Gnade und Hilfe. Sie kann auch dazu dienen, mit Gottes Hilfe eine Lösung für ein Problem zu finden.
Für ein gutes Gelingen einer Wallfahrt sind eine gute Vorbereitung und Einstimmung wichtig. Erreicht man das Heiligtum in einer Gruppe, so spürt man ein besonders feierliches Erlebnis. Das heißt nicht, dass dies nicht der Fall ist, wenn man allein unterwegs ist.

Höhepunkt der Wallfahrt nach Fatima ist die Teilnahme an der Eucharistiefeier. Gebete und Andachten nehmen ebenfalls einen großen Stellenwert ein. Man betet das Morgengebet, den Rosenkranz, die Kreuzwegandacht, Vesper und Segenandachten. Aber man betet auch allein.

Was macht eine Reise zu einer Pilgerreise?

Was macht einen Ausflug zu einer Wallfahrt, zu einer Pilgerreise?

Wallfahrten gibt es nicht erst seit dem Christentum . In allen Weltreligionen stellt die Wallfahrt einen wesentlichen religiösen Akt dar. Allgemein gesprochen ist eine Wallfahrt das Aufsuchen einer bestimmten Kultstätte mit dem sich dort befindlichen Kultobjekt.

Diese Fahrten werden entweder auf Grund eines Gelöbnisses oder ihrer selbst willen als religiöse Handlung.durchgeführt. Die Wallfahrer sind überzeugt, dass die Gottheit an bestimmten Orten mit ihren Gnadenkräften den hilfesuchenden und heilsbedürftigen Menschen besonders nahe kommt. Solche Orte sind oft Wasserquellen, Wasserstellen, Bäume, Steine, Grabstätten, Stätten, die im Leben eines Heiligen, eines Religionsstifters, usw. eine besondere Rolle gespielt haben, oder Bilder, denen eine besondere Kraft zugesprochen wird.

Auch das Volk Israel sah in der Wallfahrt etwas besonderes. Das Alte Testament berichtet in Ex. 23,17; 34,23; Dtn.16,16 vom Gesetz des Herrn, welches vorschreibt, dass das Heiligtum des Herrn dreimal im Jahr besucht werden musss. Die Termine sind das Paschafest alsFest der ungesäuerten Brote, das Pfingstfest als Wochenfest und das Laubhüttenfest. - Die nomadischen Herkunft des Volkes Israel begünstigte die Entwicklung der Wallfahrt, die periodisch immer wieder an bestimmte Orte zurückkehrt. So belegt das Buch Genesis dies mit vielen Stellen, die das belegen, etwa in Gen. 12,6-9 oder Gen. 35, 1-8. Das Neue Testament liefert ebenfalls Beispiele, so in Luk. 2, 41 - 51, die verdeutlichen, dass das Wallfahrtswesen wesentlichen Bestandteil der Ausübung Religion des Volkes Israel war.

Seit dem 4. Jahrhundert pilgert man in der alten Kirche zu den Gräbern der Martyrer sowie nach Palästina. Die Wirkungsstätten von Nothelfern, also Heiligen und der Gottesmutter Ziel von Pilgereisen. Diese Wallfahrten sind bei den Christen ein Ausdruck eines volksfrommen Handelns. Diese Pilgerfahrten waren Bitt - und Fürbittgänge in eigener und in allgemeiner Not. Will man eine Einteilung finden, so kann man zwischen Bittwallfahrten, Devotionswallfahrten und Bußwallfahrten. Man differenziert zudem zwischen Wallfahrten zu einzelnen Heiligen, besonders zu Maria, und zwischen trinitarischen oder christologischen Wallfahrten.

Schaut man nur auf Äußerlichkeiten, so ist eine Wallfahrt mit einer Wanderung vergleichbar. Wann bezeichnet man heute eine Wanderung als Wallfahrt? Eine Wanderung hat nicht unbedingt ein Ziel, die Weg, die Natur, der Wald kann das Ziel sein. Bei einer Wallfahrt hingegen setzt man sich einen bestimmten Ort zu seinem Ziel, an dem man die Hilfe und die Fürbitte eines Heiligen, häufig Maria, spürbar erfahren möchte. Menschen, die eine Wallfahrt machen, werden Pilger genannt.

Bereits sehr früh wandten sich Christen nach heilige Stätten, etwa den Gräbern der Apostel und Märtyrer. Sie erhofften sich dadurch Kraft, Hilfe und Rat von diesen Heiligen. An diesen Stätten spürten sie sich ganz nah bei ihnen. Wallfahrtsziele im Mittelalter waren Jerusalm, als Ort des Grabes des Herren, das Heilige Land sowie Rom mit den den Gräbern der Apostel Petrus und Paulus sowie das spanische Santiago de Compostela mit dem Grab des Apostels Jakobus dem Älteren. Letztere ist der Schutzpatron der Pilger. Er wird häufig mit Pilgerhut und Wanderstab dargestellt. So rüsten sich auch viele Pilger auf dem Jakobswegheute aus.
Ausführliche Infos zum Pilgern auf jakobs-weg.org